Patientengeschichten

Lesen Sie Erfahrungsberichte von Patientinnen, die eine Krebserkrankung überstanden haben. Zusammen mit ihren Ärzten und mit Hilfe von Oncotype DX haben diese Patientinnen ihre persönlichen Behandlungsentscheidungen getroffen.

Stefanie P.

Stefanie P. wollte sich damals erst einmal nur ablenken und versuchte, die quälenden Fragen zu vergessen: Wie schlimm ist die Krankheit? Werde ich wieder völlig gesund? Benötige ich wirklich eine Chemotherapie? Und wie schlimm wird sie? Noch heute kann sie sich an den Tag der Diagnose und die folgende Zeit der Ungewissheit erinnern, als wäre es gestern gewesen: „Die Diagnose Brustkrebs bekam ich am 5. Januar. Was meinen Sie, wie groß meine Hoffnung war, als ich wenig später vom Arzt hörte: Es gibt da diesen Test, der Ihnen vielleicht die Chemotherapie ersparen kann. Und dann erst die Erleichterung, als er mir das Ergebnis mitteilte: ‚Sie benötigen keine Chemotherapie‘?“ Die Entscheidung gegen die Chemotherapie war entsprechend schnell gefallen: „Nebenwirkungen, Langzeitfolgen, Kosten – dass ich um die Chemo herumgekommen bin, war ein großes Glück.“ Während ihrer Strahlentherapie hat Stefanie P. viele Patientinnen getroffen, die die Chemo nicht vermeiden konnten. „Zwar hat auch die Strahlentherapie Nebenwirkungen: Meine Brust ist teilweise gerötet und sehr warm. Ich empfinde leichte Schmerzen und auch mein psychischer Zustand ist weniger stabil als vor der Therapie. Mit den Belastungen, von denen mir die Chemo-Patientinnen erzählen, ist das aber überhaupt nicht vergleichbar.“

Stefanie P. nimmt die Welt seither anders wahr. Sie ist dankbarer für die schönen Seiten des Lebens, lebt spontaner und unternimmt viel. In der nahen Zukunft möchte sie gern ehrenamtlich arbeiten und andere Menschen unterstützen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mich im Gesundheitsbereich engagiere. Die Erfahrungen, die ich in den ersten Tagen nach der Diagnose gemacht habe, würde ich gerne weitergeben. Diese Zeit war für mich nicht einfach – und sie ist sicher auch für andere Leute nicht einfach. Wenn ich andere unterstützen und Ihnen Mut machen kann, wäre das toll.“

Renate K.

6 Millimeter waren es, die das Leben von Renate K. im Februar 2017 veränderten. So groß war der Tumor, den der Arzt in ihrer Brust entdeckte. Brustkrebs! Doch glücklicherweise, so der Mediziner, befinde sich die Erkrankung noch im Anfangsstadium und als Nachbehandlung werde eine Strahlentherapie ausreichen. Nach der Operation stellte sich jedoch heraus, dass auch Lymphknoten befallen waren; eine Chemotherapie schien unausweichlich. Ihr Arzt riet ihr zu einem Test, der feststellen könne, ob sie eine Chemo benötige: den Oncotype DX. Renate K. schöpfte wieder Hoffnung. Und das zu Recht: „Der Test ergab, dass eine Chemo mir gar nichts gebracht hätte. Ohne den Test hätte ich die Chemo mit ihren Nebenwirkungen, das große Risiko von Langzeitschäden, all die Veränderungen meines gewohnten Tagesablaufs natürlich auf mich genommen. Dabei hätte das überhaupt nichts genutzt. Auch das Risiko eines Rückfalls hätte die Chemo nicht verringert. Ich habe also darauf verzichtet.“ Mit dieser Entscheidung geht es ihr gut – die Therapie ohne Chemo beeinträchtigt ihr Leben kaum.

Und zusammen mit ihr freuen sich auch andere: insbesondere ihre Familie aber auch eine Gruppe von Geflüchteten, die Renate K. seit einiger Zeit betreut und beispielsweise bei Behördengängen unterstützt. Dieses Engagement hätte sie bei einer Chemotherapie vermutlich ganz aufgeben müssen. „Diese Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Es macht mich froh, dass ich mich weiter um sie kümmern kann.“

Zwar war die Krebsdiagnose für Renate K. ein einschneidender Moment im Leben. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihr Leben vollkommen verändert hat: „Ich habe schon vorher sehr bewusst gelebt. Das Leben ist endlich und ich möchte das Hier und Jetzt möglichst positiv gestalten.“ Das geht natürlich leichter ohne Chemotherapie: „Ich bin immer noch unglaublich froh darüber, dass die Chemotherapie bei mir nicht durchgeführt werden musste. Ich bin ein zuversichtlicher Mensch und blicke optimistisch in die Zukunft.“

Simone O.

 Simone Color

Irgendetwas war schon längere Zeit nicht in Ordnung: Die Milchdrüsen waren vergrößert, aber der Frauenarzt konnte nichts finden. Zwei Jahre lang. Bis dann im Jahr 2014 bei Simone O. tatsächlich Brustkrebs diagnostiziert wurde. „Zunächst war die Diagnose natürlich ein Schock für mich. Dann fühlte ich mich sogar ein wenig erleichtert: Endlich wusste ich, warum ich mich so schlecht fühlte“, beschreibt sie heute ihre Gefühle in den ersten Tagen nach der ärztlichen Diagnose.

Das Internet lieferte zwar zahlreiche Informationen. Doch gerade diese Fülle verunsicherte die damals 44-jährige Bürokauffrau. Die Ärzte rieten ihr dringend dazu, die linke Brust und die Lymphdrüsen entfernen zu lassen. „Natürlich stimmte ich sofort zu. Aber ich hatte nicht nur Angst vor der Operation und vor dem kosmetischen Ergebnis. Ich fürchtete vor allem auch die Chemotherapie – die Übelkeit, den Haarausfall und was weiß ich. Andere Patientinnen im Krankenhaus hatten mir von den Nebenwirkungen erzählt.“ Sie war sich sicher, dass die Chemo unausweichlich sein würde.

Nach der OP empfahl ihr behandelnder Arzt dann, einen Test durchführen zu lassen, der Aufschluss darüber liefern könne, ob eine Chemotherapie notwendig sei. Vorher hatte sie nie von einem solchen Diagnoseverfahren gehört. Umso größer war die Hoffnung, die sie nun mit dem Test verband. Durchaus begründet, denn der Oncotype DX-Test stellte fest, dass eine Chemotherapie unnötig sein würde. Für Simone O. eine riesige Erleichterung – ebenso wie für ihren Freund, ihre Familie und ihren Freundeskreis. „Ich kenne andere Patientinnen, die durch die Chemo durch mussten – ich bin dankbar, dass mir dies erspart geblieben ist.“

Heute, zwei Jahre nach der Diagnose, rät sie anderen Patientinnen davon ab, sich unvorbereitet der Informationsflut auszusetzen und sich hypothetische Fragen zu stellen: „Im Krankenhaus fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Das hat mir im Kampf gegen die Krankheit geholfen. Ständige Fragen dagegen rauben zu viel Energie.“ Simone O. lebt heute bewusster und kann die schönen Dinge des Lebens besser genießen. Dass die Krankheit sie verändert hat, glaubt Simone O. nicht: „Wenn überhaupt, bin ich daran gewachsen.“

Tanja T.

Tanja Color 

Tanja T. ist ein sehr lebensfroher Mensch. Doch als bei ihr im Oktober 2015 Brustkrebs diagnostiziert wurde, schossen ihr die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Nicht nur der Krebs an sich, sondern vor allem die Behandlung und die bevorstehenden Operationen machten ihr riesige Angst – zumal Tanja T. eine Spritzenphobie hat. Noch am selben Tag, nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen waren, erfuhr die damals 41-jährige Rheinländerin vom Oncotype DX-Test: Bei einem positiven Ergebnis dieses Tests könne ihr eine Chemotherapie erspart bleiben – ohne ihre Heilungschancen zu beeinträchtigen. Tanja T. ließ sich testen. „Auf der Basis des Ergebnisses riet mir mein Arzt von einer Chemotherapie ab. Ab diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich keine Chemotherapie benötigen würde.“ Anderen Patientinnen, für die der Oncotype DX geeignet ist, würde sie den Test in jedem Fall empfehlen: „Dank des Tests sind mir schlimme Nebenwirkungen erspart geblieben, insbesondere konnte ich meine Haare behalten. Das war mir sehr wichtig.“ Tanja T. weiß, wovon sie spricht. Im Internet lernte sie eine andere Patientin kennen, der die Chemotherapie nicht erspart werden konnte: „Ich wollte mich im Netz mit anderen Patientinnen austauschen. Zufälligerweise traf ich auf eine Brustkrebspatientin aus meiner direkten Nachbarschaft. Wir sind mittlerweile gut befreundet. Sie wird mit einer Chemotherapie behandelt – und leidet leider sehr unter den Nebenwirkungen.“

Die Krebserkrankung hat das Leben von Tanja T. kaum verändert. Auch wenn die Antihormontherapie manchmal belastend ist, geht es ihr gut. Sie hat sich ihre positive Einstellung und Neugierde auf all das, was das Leben zu bieten hat, bewahrt. Vor allem freut sie sich darauf, im Anschluss an die Reha wieder zu verreisen: „Ich hole mir mein Leben zurück.“