Nützliche Begriffe zum Verständnis von Brustkrebs

 

Adjuvante Therapie

Eine Behandlung, die zusätzlich zu einer Operation mit dem Ziel der Langzeitheilung durchgeführt wird.

Archivierte Tumorprobe

Eine Tumorprobe, die routinemäßig konserviert und gelagert wurde. Tumorgewebe wird normalerweise für die Lagerung mit dem Konservierungsmittel Formalin behandelt und dann in Paraffin (Wachs) eingebettet.

Aromatasehemmer

Ein Medikament, das die Östrogenmenge im Körper verringert. Aromatasehemmer können bei postmenopausalen Frauen mit Östrogen- und/oder Progesteronrezeptor-positivem Brustkrebs angewendet werden.

Assay

Eine Analyse, Untersuchung oder ein Test zur Bestimmung der Charakteristika oder biologischen Aktivität einer Gewebeprobe.

Beratende Pflegekraft

Person mit Schulungs- und Vertretungsaufgaben, die die Behandlung koordiniert und den Patienten von der Diagnose bis nach dem Abschluss der Therapie betreut.

Biopsie

Ein Eingriff, bei dem Tumorgewebe zur Laboruntersuchung entnommen wird, um zu ermitteln, ob eine Krebserkrankung vorliegt. Eine Biopsie kann mit einer Nadel (Stanzbiopsie, Entnahme eines kleinen Gewebestücks) oder als chirurgischer Eingriff (Exzisionsbiopsie, Entnahme eines großen Gewebestücks) erfolgen.

BRCA1 und BRCA2

Gene, die normalerweise an der Kontrolle des Zellwachstums beteiligt sind. Eine Person, die eine veränderte Version des BRCA1- und/oder BRCA2-Gens aufweist, hat ein höheres Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.

(Brustkrebs-)Früherkennungsprogramm

Regelmäßige Untersuchung auf Verdichtungen oder verdächtige Bereiche in der Brust, in der Regel mittels Mammographie.

Brustkrebs im Stadium I

Der Tumor hat einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern und hat sich nicht in die Lymphknoten oder über die Brust hinaus ausgebreitet.

Brustkrebs im Stadium IIA

Der Tumor hat einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern und bis zu drei Lymphknoten sind befallen ODER der Tumor hat einen Durchmesser von zwei bis fünf Zentimetern und die Lymphknoten sind nicht befallen.

Brustkrebs im Stadium IIB

Der Tumor hat einen Durchmesser von zwei bis fünf Zentimetern und die Lymphknoten sind befallen ODER der Tumor hat einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern und die Achsellymphknoten sind nicht befallen.

Brustkrebs im Stadium IIIA

Der Tumor hat einen Durchmesser von nicht auffindbar bis mehr als fünf Zentimeter und bis 9 Lymphknoten sind befallen ODER der Tumor hat einen beliebigen Durchmesser und es sind mehrere Achsellymphknoten befallen.

Brustkrebs im Stadium IIIB

Ein Tumor beliebiger Größe hat sich bis in das Gewebe in der Nähe der Brust ausgebreitet; die Lymphknoten können, müssen nicht unbedingt befallen sein.

Brustkrebs im Stadium IV

Der Brustkrebs hat sich auf andere Körperteile wie z. B. Lunge, Leber, Knochen oder Gehirn ausgebreitet (gestreut, metastasiert).

Brusterhaltende Operation

Ein chirurgischer Eingriff, bei dem nicht die ganze Brust, sondern nur der Tumor und ein kleiner Teil des umliegenden gesunden Gewebes entfernt werden und das Brustorgan so erhalten werden kann.

Chemotherapie

Eine Behandlung mit Medikamenten, die Krebszellen (schnell wachsende Zellen) abtöten. Eine Chemotherapie kann zusätzlich zur Operation angewendet werden und wird manchmal mit anderen Behandlungen wie einer Strahlen- oder Antihormonormontherapie kombiniert oder in Folge verabreicht.

Chirurg

Facharzt, der die Operation plant und den Tumor mit dem umgebenden Gewebe aus der Brust entfernt.

Stanzbiopsie

Ein Verfahren, bei dem mit einer Nadel eine kleine Gewebeprobe aus einem zuvor als verdächtig identifizierten Teil der Brust entnommen wird.

Diagnose

Feststellen einer Erkrankung wie z. B. Brustkrebs anhand von Symptomen und Ergebnissen von Labor- oder anderen Untersuchungen.

Fernrezidiv

Rückfall der Tumorerkrankung in Form einer Streuung von Tumorzellen in Organe über den Tumor und seine unmittelbare Umgebung hinaus. Bei Brustkrebs können Lunge, Leber, Gehirn oder Knochen befallen sein.

Gen

Funktionelle und physische Einheit der Vererbung, die von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben wird. Die Gene in normalem Brustgewebe können bei bestimmten Störungen ihre „Expression“ (Ablesen der in den Genen kodierten Information) verändern und dadurch zur Entstehung von Brustkrebs führen.

Genetik

Lehre von den Genen und der Vererbung. Unter Vererbung versteht man die Weitergabe von genetischen Informationen und Eigenschaften (z. B. der Augenfarbe oder der erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Erkrankung) von den Eltern an die Nachkommen.

Genom

Das komplette genetische Material eines Lebewesens.

Genomik

Die Untersuchung komplexer Gengruppen, ihrer Expression (Aktivitätsspiegel) und ihrer Auswirkungen auf die Biologie.

Hormonrezeptor

Ein Protein auf der Oberfläche einer Tumorzelle, das bestimmte Hormone bindet und so das Tumorwachstum anregen kann. Beim Brustkrebs sind vor allem der Östrogen- und der Progesteronrezeptor von diagnostischer und therapeutischer Bedeutung.

Hormonbehandlung (Hormontherapie)

Medikamente zur Reduzierung des Einflusses bestimmter Hormone auf den Körper. In vielen Brustkrebsfällen können Hormone das Brustkrebswachstum begünstigen. Übliche Hormontherapien beinhalten Tamoxifen und/oder eine neuere Medikamentenklasse, die sogenannten Aromatasehemmer. Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs werden üblicherweise mit Hormontherapie behandelt.

Humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2)

Ein Protein, das auf den Krebszellen mancher Brustkrebspatientinnen vorkommt. Eine Frau, deren Tumor eine übermäßig hohes Ausmass an HER2-Rezeptoren aufweist, gilt als HER2-positiv. Weist der Tumor einer Frau ein normales Ausmass an HER2-Rezeptor auf, so gilt sie als HER2-negativ. Krebszellen mit hohem Ausmass an HER2-Rezeptoren neigen zu raschem Wachstum und sprechen gut auf eine anti-HER2-Therapie an.

In situ

Nichtinvasive Brustkrebsform, bei der entartete Zellen in der Brustdrüse oder den Milchgängen isoliert sind und sich nicht auf benachbartes Gewebe ausgebreitet haben.

Invasiver Brustkrebs

Krebs, der invasiv (eindringend) wächst und sich vom ursprünglichen Krankheitsherd in der Brust auf das umgebende gesunde Gewebe ausgedehnt hat. Die meisten invasiven Brustkrebstypen beginnen in den Milchgängen (Gewebe, in denen die Milch von der Brustdrüse zur Brustwarze transportiert wird). Über den Blutkreislauf und das Lymphsystem kann invasiver Brustkrebs andere Körperteile befallen. Invasiver Brustkrebs wird auch als „infiltrierend“ bezeichnet.

Invasiver Brustkrebs im Frühstadium

Dieser Begriff kann zur Beschreibung von Brustkrebs im Stadium I und II, in einigen Fällen auch für Stadium III verwendet werden. Die Erkrankung ist bösartig und auf die Brust ohne oder mit Beteiligung der Lymphknoten beschränkt.

Klinische Studie

Eine wissenschaftliche Untersuchung, die die Wirksamkeit und/oder Sicherheit von Medikamenten, Verfahren oder Testmethoden unter kontrollierten Bedingungen überprüft.

Kontrolle/Nachbeobachtung

Laufende Beurteilung durch das Behandlungsteam nach abgeschlossener Behandlung, um die Rückbildung (Remission) des Tumors zu bewerten und nach Hinweisen für eine Rückkehr der Krebserkrankung (Rezidiv) zu suchen.

Krebs

Eine Krankheit, bei der sich entartete Zellen unkontrolliert vermehren oder nicht entsprechend dem normalen Zellzyklus absterben. Krebszellen können auch das umgebende Gewebe infiltrieren und sich über den Blutkreislauf und das Lymphsystem auf andere Körperteile ausbreiten.

Lokalrezidiv

Dir Rückkehr des Krebses am ursprünglichen Krankheitsherd.

Lymphknoten

Kleine, bohnenförmige Organe (manchmal auch als Lymphdrüsen bezeichnet); Teil des lymphatischen Systems. Die Lymphknoten unter dem Arm (Achsellymphknoten) leiten Flüssigkeit aus Brust und Arm ab. Die Lymphknoten sind wichtige Stationen bei der Ausbreitung von Brustkrebszellen; sind sie frei, so ist dies prognostisch günstig. Während der Operation werden einige Lymphknoten zur Bestimmung des Brustkrebsstadiums entfernt.

Mastektomie

Eine Operation, bei der entweder die gesamte Brust entfernt wird.

Medizinischer Onkologe

Ein Facharzt, der Krebserkrankungen im ganzen Körper mit Chemotherapie, Hormontherapie und anderen Medikamenten behandelt.

Metastasierter Brustkrebs

Fortgeschrittener Brustkrebs, der sich über die Brust und die lokalen Lymphknoten hinaus auf andere Organe (z. B. Lunge, Leber, Gehirn, Knochen) oder Gewebe ausgebreitet hat.

Neoadjuvante Therapie

Behandlung vor der Operation mit dem Ziel, den Tumor zu verkleinern und die Operation so klein wie möglich zu gestalten.

Neu diagnostiziert

Ein Begriff zur Beschreibung von Brustkrebs, der zum ersten Mal bei einer Patientin festgestellt wurde.

Nodal-negativer Brustkrebs

Brustkrebs, der die Lymphkoten (noch) nicht befallen hat.

Nodal-positiver Brustkrebs

Brustkrebs, der die Lymphknoten befallen hat.

Onkologiefachkraft

Medizinische Fachkraft, die vor, während und nach der Krebstherapie für Ihre Versorgung und Ihr Wohlbefinden verantwortlich ist.

Östrogenrezeptor (ER)

Ein Protein auf dem Zellkern bestimmter Zellen, an das Östrogenmoleküle binden können. Der Begriff „ER-positiv“ bezieht sich auf Tumorzellen, die dieses Östrogenrezeptorprotein enthalten. Diese Zellen sprechen in der Regel auf eine Antihormontherapie an.

Oncotype DX® Brustkrebstest

Der Oncotype DX® Brustkrebstest ist ein genomischer Test, der bei Patientinnen mit invasivem Brustkrebs im Frühstadium, der Hormonrezeptor-positiv und HER2-negativ ist, nachweislich die Wahrscheinlichkeit eines Chemotherapie-Nutzens und das Rückfallrisiko voraussagt. Auch bei Patientinnen mit einem duktalen Carcinoma in situ (DCIS) oder nichtinvasivem Brustkrebs lässt sich mit diesem Test nachweislich das Rückfallrisiko voraussagen.

Nähere Informationen zum Oncotype DX® Brustkrebstest erhalten Sie unter 0800 6646909 (8:00 bis 18:00 Uhr, Montag bis Freitag)

Pathologe

Facharzt, der die Tumorproben im Labor analysiert, um den Brustkrebs einer Patientin zu diagnostizieren und zu charakterisieren.

Pathologischer Befund

Ein Bericht, der von autorisierten Ärzten angefordert wird und beschreibt, was die Untersuchung der entnommenen Gewebeprobe gezeigt hat. Der Bericht wird erstellt, nachdem der Tumor und das umgebende Gewebe von einem Pathologen untersucht worden sind. Er enthält in der Regel Informationen zu Tumorgrad und -status.

Progesteronrezeptor (PR)

Ein Protein auf der Oberfläche bestimmter Zellen, an das Progesteronmoleküle binden können und das zu der Gruppe der Hormonrezeptoren gehört. Der Begriff „PR-positiv” bezieht sich auf Tumorzellen, die das Progesteronrezeptorprotein aufweisen. Diese Zellen sprechen in der Regel auf eine Antihormontherapie an.

Radioonkologe

Facharzt, der den Tumor mit lokal begrenzter Strahlentherapie behandelt.

Rekonstruktionschirurg

Facharzt, der nach der operativen Tumorentfernung eine Brustrekonstruktion durchführt.

Rezidiv

Die Rückkehr des Krebses nach einer Behandlung – beim Lokalrezidiv am ursprünglichen Krankheitsherd, beim Fernrezidiv in anderen Organen.

Sozialarbeiter/ in

Mitglied des Betreuungsteams, das bei psychologischen, familiären und finanziellen Problemen hilft, wenn die Patientin wieder in den Alltag zurückkehrt.

Strahlentherapie

Die Anwendung von Strahlen zur Abtötung von Krebszellen. Eine Strahlentherapie kann vor oder nach der Operation erfolgen und wird manchmal mit einer Chemotherapie kombiniert. Die Strahlentherapie wird zur lokalen Kontrolle der Krebserkrankung an der Tumorstelle angewendet.

Staging

Eine Klassifizierungsmethode für Brustkrebstypen, die sich nach der Größe des Tumors richtet und berücksichtigt, ob der Krebs die Lymphknoten oder andere Körperteile befallen hat (Metastasen).

Tamoxifen

Ein Medikament, das die Wirkung des Hormons Östrogen beeinflusst und es daran hindert, das Brustkrebswachstum zu begünstigen. Tamoxifen wird bei Frauen mit Östrogen- und/oder Progesteronrezeptor-positivem Brustkrebs angewendet.

Tumor

Neubildungen von Körpergewebe aus Zellen, die sich unkontrolliert vermehren; Ein Tumor kann prinzipiell gut- oder bösartig sein.

Tumorgrading

Bestimmung des Differenzierungsgrades eines Tumors d.h. Beurteilung inwieweit sich die Tumorzellen in Aussehen und Teilungsverhalten von normalen Gewebezellen unterscheiden. Mithilfe des Tumorgradings und einiger anderer Merkmale kann man eine Aussage zur Aggressivität eines Tumors treffen.

Überwachung der Behandlung

Laufende häufige Beurteilung durch das Behandlungsteam während der Therapie, um zu prüfen, wie die Patientin diese verträgt und wie die Krebserkrankung darauf anspricht.